Ein fulminant-virtuoser Klavierabend mit Nareh Arghamanyan
Selten ist heute noch eine derart virtuose Programmierung zu finden, noch seltener ist die ausführende Künstlerin erst 21 Jahre jung. Diese Kombination brachte am letzten Donnerstag das Publikum im Ehrbarsaal zum Jubeln.
Von Barock bis Spätromantik
Den Einstieg in diesen Abend gestaltete die junge Armenierin mit barocken Klängen des 1683 geborenen Komponisten Jean-Philippe Rameau. Ohne Verschnaufpause wurde das Publikum anschließend durch die hochvirtuosen, von Brahms ursprünglich als "Fingerübungen" konzipierten, 28 Variationen über ein Thema von Paganini mit technischer Perfektion und hohem dynamisch-musikalischem Ideenreichtum geführt.

Nach der Pause bot die Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe (darunter die Montreal International Music Competition der Sparkasse Wörtersee Wettbewerb und der Blüthner Golden Tone Award) mit Liszts Ballade Nr. 2 in h-moll eine weitere Rarität der solo-pianistischen Literatur. Eine düstere, stürmische Stimmung erklang aus dem Blüthner Konzertflügel welcher sich als idealer Partner des differenzierten Spiels der Künstlerin darbot.
Im Finale überzeugte Arghamanyan mit Rachmaninows Etudes-Tableaux op. 33 indem sie gleichermaßen die Charaktereigenschaften der hochvirtuosen Konzertetüde und der romantischen Tondichtung hervorhob.
Das Publikum entlockte der aufstrebenden Künstlerin daraufhin zwei Zugaben mit denen sie im Sinne des gesamten Abends den Bogen erneut vom Barock (J.S. Bach) zur Musik des 20. Jahrhunderts (Khatchaturian) zu spannen vermochte.
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